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Aktuell  09.06.2016 (Archiv)

Bessere Medikamente wählen

Wissenschaftler des King's College London haben einen Bluttest entwickelt, der Ärzten dabei helfen soll, das beste Medikament für Patienten mit Depressionen auszuwählen.

Mediziner müssen sich derzeit auf das Ausprobieren verlassen. Das bedeutet, dass im Schnitt bei jedem Zweiten das erste Antidepressivum nicht wirkt.

Das Team um Carmine Pariante geht davon aus, dass die Untersuchung des Blutes bei der Identifizierung des richtigen Ansatzes hilft. Jene Patienten, deren Testergebnisse positive Ergebnisse in Hinblick auf eine Entzündung liefern würden, bräuchten von Anfang an einen aggressiveren Behandlungsansatz. Bisher wurde der Bluttest an einer kleinen Gruppe von 140 Depressiven getestet. Daher ist laut den Forschern auch eine größere Studie zur Überprüfung der Einsetzbarkeit im klinischen Alltag erforderlich.

Der Bluttest sucht nach zwei Entzündungsmarkern - und zwar dem Makrophagen-Migrations-Inhibitions-Faktor und Interleukin-1-Beta. In der Studie sprachen Patienten mit hohen Werten dieser Marker eher nicht auf konventionelle Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer und trizyklische Antidepressiva an. Laut Pariante könnte das neue Wissen dabei helfen, die Behandlung auf den jeweiligen Patienten maßzuschneidern.

'Rund ein Drittel der Patienten könnte über diese Entzündungsmarker verfügen. Sie würden wir dazu ermutigen, sich für einen aggressiveren Behandlungsansatz zu entscheiden', erklärt der Wissenschaftler. Es gehe nicht darum, zu viele Medikamente zu verschreiben, sondern, wenn es notwendig sei, eher früher als später umzusteigen. Der Forscher nimmt an, dass der Körper mit einer Entzündung auf Stress reagiert. Sie beeinflusst jedoch die Behandlung mit Medikamenten.

Starke Entzündungen können die gleichen biologischen Prozesse beinträchtigen, die für die Wirksamkeit von Antidepressiva entscheidend sind. Das Team plant bereits weitere Tests und will damit herausfinden, ob Medikamente gegen Entzündungen in Kombination mit Antidepressiva helfen. Die aktuellen Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin 'International Journal of Neuropsychopharmacology' veröffentlicht.

pte/red

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#Medizin #Gesundheit #Studie



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