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meinhard heinitsch
5.4.2006 01:30
Schläge im Namen des Herrn

Österreichische Erziehungsanstalt für Jugendliche 1960 bis 1965 Kaiser Ebersdorf

Der deutsche Spiegeljournalist Peter Wensierski hat mit seinem Buch "Schläge im Namen des Herrn" ein Thema aufgegriffen, zu dem die österreichischen Opfer der Heimerziehung auch sehr viel zu sagen hätten!
Der gelernte Österreicher war in seiner Konsequenz ja immer besser und härter als wie der Deutsche. Somit waren unsere "Erzieher" in den Heimen, mag es nun der Rosenhof in Graz, Hartberg in der Steiermark oder die Jugenderziehungsanstalt Kaisereberdorf in Wien gewesen sein, wahre Experten in Sachen psychischen und physischen Terror!
Ich hab es am eigenen Laib und Seele in diesen drei Heimen von 1960 bis 1965 zu spüren bekommen!
Es gab aber in Österreich eine Unzahl solcher Heime und deshalb gibt es hier bestimmt auch 100. 000de geschädigte und ausgebeutete Menschen die noch heute damit zu kämpfen haben, dass sie im Heim waren und wie mit ihnen dort verfahren wurde.
Ich erfuhr eine Heimerziehung und wurde vom Staat erzogen! Aber derselbe Staat warf mir meine Heimerziehung vor, wenn ich mir irgendwas zu schulden kommen lies und dies war im Laufe meines Lebens sehr oft der Fall.
Wenn ich an die Landeserziehungsanstalt Hartberg denke, wo ich mich von 1961-1962 aufhalten musste, kommt mir heute noch das reine Grauen
Ich war gerade erst mal 14 Jahre geworden und kam vom Fegefeuer (Landeserziehungsheim Rosenhof bei Graz) direkt in die Hölle nach Hartberg!
Das Ganze liegt nun schon 45 Jahre zurück und wenn ich an manche Situation denke dann kommt es mir vor als wie wenn das gestern gewesen wäre.
In den Sommerferien mussten wir in das sog. Waldlager. Das heißt, wir mussten für Maier Melnhof, ein Adelsgeschlecht dem fast die ganzen Wälder in der Steiermark gehören, Forstarbeiten machen! Von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang! Ausforsten, Bäume setzen usw. Damals hieb ich mir mit der sog. Braxe in die linke Kniescheibe dass die Scheibe gespalten war und die Ärzte vom Landeskrankenhaus Leoben mit Müh und Not eine Steifheit des rechten Beines verhindern konnten.
Noch heute sehe ich die Fahrt ins Krankenhaus vor mir Es dauerte fast zwei Stunden, bis ich endlich im Spital war. Ich musste auf einer Puch 250 Maschine am Sozius sitzen und so brachte mich der Gruppenerzieher Wagner aus dem tiefsten Wald ins Spital nach Leoben! Und dann hat mir dieser Mensch auch noch unterstellt dass ich mir absichtlich ins Knie gehackt hätte um mich von der Arbeit zu drücken.
Der Gruppenerzieher welcher uns da beaufsichtigte war der größte Sadist von Hartberg! Jeder der Kinder hatte vom HERRN Wagner solche Angst das es sofort verstummte, wenn der Wagner in Anmarsch war. Beim Wagner getraute sich auch fast niemand auf Flucht zu gehen wenn der Dienst hatte. Der Wagner war ein kleines kräftiges Männchen mit einem roten Vollbart und ich kann mich an Schläge von ihm erinnern wo ich mich angekotzt hatte und ein paar Tage lang nicht gehen und nicht liegen konnte! Ich hatte mir erlaubt, bei seinem Nachtdienst, über den Blitzableiter vom zweiten Stock zu flüchten.
Jede Flucht wurde mit einem "Haarschnitt" bestraft, wenn man wieder ins Heim gebracht oder von einem Erzieher von irgendwo geholt wurde. Meistens hatten sie die Haarschneidemaschine gleich mit und man wurde gleich an Ort und Stelle "behandelt". Man bekam entweder ein Kreuz oder eine Tonsur. Von der Stirne in den Nacken und vom Linken zum rechten Ohr oder es wurde einem ein Kranz rausgeschnitten. Jeder Erzieher hatte halt seine Vorliebe und meistens wusste man schon wie man aussehen wird, wenn ein bestimmter Erzieher Dienst hat.
Ich kann mich erinnern dass man mich einmal irgendwo in Salzburg aufgegriffen hat. Da steckte man mich in eine Jugendherberge und versperrte den Raum. Als mich dann ein Erzieher aus Hartberg von dort abgeholt hat, hatte er seine Frau und seine Tochter mit. Seine Worte hab ich nie vergessen, ich schneid dir nur ein Kreuz, weil das geht schneller, wir sind schon spät dran!
Niemand von der Jugendherberge wunderte bzw. regte sich über solche Methoden eines Erziehers auf. Anscheinend dürfte dies in den Augen des gelernten Österreichers damals ganz normal gewesen sein!
Was den Gruppenerzieher Wagner betrifft so wurde dieser nach einem Waldlager verhaftet, weil er sich an irgend einem Kind sexuell vergangen hat. Wir haben es nie erfahren wie es wirklich war, weil das Kind kam wo anders hin aber der Wagner war weg und so gab es einen Sadisten als Erzieher weniger!
Mit meinen Heimerlebnissen könnte ich ein Buch füllen, was ich aber nicht vor habe.
Mir schwebt nur eines vor, ich möchte dass es auch in Österreich zu einer öffentlichen Sache wird was man uns als Heimkinder angetan hat!
Leider sind schon sehr viele meiner Heimkollegen aus der Kaiser Ebersdofer Zeit nicht mehr am Leben weil sie am Leben gescheitert sind, aber es gibt immer noch Tausende welche die Ungerechtigkeit die Schläge und Ausbeutung noch nicht verarbeitet haben und denen möchte ich sagen, es ist keine Bandenbildung wenn wir uns zusammentun und Rechenschaft für das verlangen was die uns angetan haben im Namen des Staates!!!!!!

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