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Aktuell  29.11.2013 (Archiv)

Skandalöse Abstumpfung

Schlagzeilen über Tragödien lassen die Laune von Menschen automatisch absinken und können die kognitiven Fähigkeiten über den ganzen Tag verschlechtern.

Dass die Aufmerksamkeit bei negativen Eindrücken nachlässt, haben Forscher der School of Psychological Sciences der Universität Tel Aviv anhand von Experimenten nun belegt. Die Experten haben Testpersonen eine Reihe von Wörtern gezeigt, die sie einer bestimmten Farbe zuordnen sollten. 'In der Regel dauert es länger, negative Worte wie 'Terrorismus' farblich einzuordnen als bei neutralen Wörtern', erklärt Moshe Shay Ben-Haim, Professor an der School of Psychological Sciences. Dieser Trend sei stärker ausgeprägt bei Menschen mit psychischen Leiden, wie Depressionen oder Ängsten.

In einem zweiten Experiment konfrontierten die Forscher den Menschen die negativen Wörter mehrmals. Das Ergebnis fiel anders aus: Schon nach dem zweiten Mal waren die Menschen in der Lage, ohne Verzögerung das negative Wort einzuordnen. Daraus schlossen die Forscher, dass die negativ besetzten Wörter - aber auch negative, schockierende Bilder - durch Wiederholung ihre emotionalisiernde Kraft verlieren.

Den Wissenschaftlern nach findet eine Art Abstumpfungsreaktion im Gehirn statt. Wenn man das anhand des Beispiels einer Flutkatastrophe betrachtet, ist das Trauma beim ersten Mal viel größer als bei einer mehrfachen Wiederholung. Das betrifft nicht nur die Betroffenen, sondern auch Menschen, die diese Katastrophen medial verfolgen.

Schlechte Laune verlangsamt die Aufmerksamkeit und das Denken von Menschen, das haben psychologische Studien belegt. Wenn die schlechte Laune aber ausführlich gelebt wird, sind die negativen Auswirkungen geringer: 'Wenn eine Person etwa über ein Unglück in der Zeitung liest, sollte dieser nicht bloß die Überschriften lesen, sondern den ganzen Artikel', sagt Ben-Haim.

pte/red

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#Psychologie #Medien #Skandale #Schlagzeilen #Stimmung #Emotionen


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