Inhalt
Lawrence Talbot (Benicio Del Toro) kehrt nach dem Tod seines Bruders in seine englische Heimat zurück, wo sein Vater Sir John Talbot (Anthony Hopkins) auf einem düsteren Landsitz sein Leben verbringt. Die Leiche von Lawrence Bruder wurde extrem verstümmelt aufgefunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es ein Tier gewesen sein muss, welches nun schon seit einiger Zeit sein Unwesen treibt. Lawrence geht selbst auf Spurensuche nach dem Mörder bzw. der Bestie und stößt dabei auf abergläubische Dorfbewohner, die anderer Meinung sind.
Als Lawrence ein Zigeunerlager aufsucht wird er selbst von der Bestie angefallen und verwundet. Erstaunlicherweise verheilen die Wunden recht schnell, doch fortan wird Lawrence von düsteren Visionen und Alpträumen geplagt. Während sich die Witwe seines Bruders, Gwen Conliffe (Emily Blunt), um ihn kümmert, ist auch Scotland-Yard auf den Fall aufmerksam geworden und schickt Ermittler Aberline (Hugo Weaving), um der Sache auf den Grund zu gehen. Als sich dann der nächste Vollmond nähert, dämmert es auch Lawrence, dass er zu einer tödlichen Bedrohung geworden ist und kommt schließlich einem schrecklichen Familiengeheimnis auf die Spur.
Ideale Voraussetzungen
Was sich grundsätzlich als spannende Handlung liest, verläuft auf der Leinwand leider etwas träge. Dabei sind die Ansätze des Filmteams sehr positiv zu bewerten. Das düstere Setting des viktorianischen Englands mit einem schaurigen alten Herrenhaus und viel Nebel wurde perfekt umgesetzt und erinnert an die Schwarz-Weiß Version aus dem Jahre 1941. Die Kamera und Kostüme ergänzen das stimmige Gesamtbild, welches die besten Voraussetzungen für einen Gruselstreifen dieser Art bieten.
Auch die Effekte des Make Up Gurus Rick Baker, der schon 1981 einen Oscar für die Verwandlungsszene von 'An American Werewolf in London' erhielt, sind gelungen. Sie kommen zwar nicht ganz an die Genialität von 'American Werewolf' heran, können aber dennoch überzeugen. Also was ist geschehen, was 'Wolfman' letztendlich durchschnittlich und substanzlos werden hat lassen?
Trailer
Die Tücken eines Drehbuchs
Da wäre einmal ein Drehbuch, welches uninspiriert und ohne Spannung die Geschichte vor sich hinplätschern lässt, und sogar viele wichtige Informationen einfach auslässt oder bewusst untergräbt, um auf Lücken in der Handlung nicht weiter eingehen zu müssen. Und so kommt es, dass auch den Schauspielern kaum Möglichkeiten geboten werden, etwas aus ihren Rollen herauszuholen. Benicio Del Toro war selten so farblos wie in diesem Streifen. Ursprünglich durch sein rassiges Aussehen als Idealbesetzung gefeiert, enttäuscht er als 'Wolfman' auf jeder Ebene. Anthony Hopkins wird leider auch nie wirklich gefordert, während Emily Blunt sowieso erst beweisen muss, dass mehr in ihr steckt, als nur Durchschnitt. Hugo Weavings Rolle hatte zwar Potential, doch konnte dieses durch die kurze Leinwandpräsenz nicht ausgeschöpft werden.
Letztendlich muss man eingestehen, dass Regisseur Joe Johnston ('Hidalgo', 'Jurassic Park 3') es nicht geschafft hat, trotz der vielen positiven Eigenschaften des Films ein stimmiges Gesamtwerk auf die Beine zu stellen. Im Bereich der Spannung und der Charaktere, hat Johnston leider komplett versagt.
Fazit
'Wolfman' ist leider wieder eines dieser Remakes, die nicht über Durchschnittsware hinauskommen. Während die erste halbe Stunde richtig gute Stimmung aufkommen lässt, verspielt der restliche Film aufgrund von nicht vorhandener Spannung, Lücken im Drehbuch, mittelmäßigen Darstellerleistungen und platten Charakteren sein Potential. Die Stärken liegen eindeutig in den Bereichen des Set- und Kostümdesigns, sowie der Spezial-Effekte. Während dem Original von 1941 der Status als Klassiker sicher ist, wird das Remake schon sehr bald in Vergessenheit geraten.