Filmkritik: 'Transformers 2 - Die Rache'
Wenn Michael Bay mit 'Transformers - Die Rache' am 24. Juni seinen neuesten Action-Blockbuster auf die Kinogeher loslässt, werden sich vor allem jene Fans freuen, die Action und Special-Effects in Perfektion bevorzugen. Denn genau das bietet dieser Film.Tiefgründige Dialoge, ausgefeilte Charaktere und eine Handlung, die zum Denken anregt, sucht man hier - wie erwartet - vergeblich. Doch sind wir uns ehrlich: Der Kinobesucher, der sich 'Transformers' anschauen möchte, weiß ganz genau was er sehen will. Und das ist eben ein perfektes Popcorn-Kino mit spektakulärer Action, vielen Explosionen und state-of-the-art Special-Effects. Michael Bay hat dafür gesorgt, dass man diesbezüglich nicht enttäuscht wird.
Was man vom neuen IMAX-Kino im Apollo nicht behaupten kann. Wer glaubt, hier etwas neues zu sehen, wird enttäuscht. Wäre vor dem Kinosaal nicht ein großes IMAX-Logo angebracht, würde man gar nicht merken, dass man sich in einem IMAX-Kino befindet. Vorbei sind die Zeiten der riesigen 600 m2 Leinwand, die das IMAX so einzigartig gemacht hat. Man wirbt jetzt mit digitalem Bild und tollem Soundsystem. Wirklich neu ist das nicht und rechtfertigt auch nicht den Eintrittspreis von 12 Euro. IMAX Naturfilme werden 8,50 Euro kosten, doch wozu auf einer normalen Leinwand ansehen, stellt sich die Frage. Man darf gespannt sein, wie sich das Thema noch entwickelt.
Zurück zu Transformers: Was man in 'Transformers - Die Rache' in 147 Minuten zu sehen bekommt, ist wirklich vom Feinsten. Wie auch schon bei Teil 1 hätte die Filmlänge etwas kürzer ausfallen können, damit sich angesichts der massiven Materialschlacht gegen Ende nicht wieder eine Reizüberflutung bemerkbar macht. Hartgesottenen Action-Fans wird aber auch das nichts anhaben können. Nicht umsonst ist dieser Film die teuerste Paramount-Produktion aller Zeiten.

Photo Credit: Courtesy of Paramount Pictures
Waren es in Teil 1 noch 14 Roboter, so sind es in Teil 2 bereits 46 Roboter. Und was die Anzahl an Effekt-Szenen angeht, dürfte der Film auch sämtliche Rekorde gebrochen haben. Schade ist nur, dass viele der sympathischen Roboter diesmal kaum Zeit haben, sich aus der Masse hervorzuheben. Stattdessen wurden zwei Roboter-Zwillinge ins Rampenlicht gerückt, die für Humor sorgen sollen, aber eher das Gegenteil bewirken. Schade.
Selbstverständlich ist 'Transformers - Die Rache' wie die meisten Filme von Michael Bay teilweise auch wieder ein Werbefilm für die US-Armee geworden. Damit muss man leben, wenn man einen Film dieser Dimension sehen möchte. Schließlich stellt die Armee alle Fahrzeuge zur Verfügung, im Gegenzug dazu darf man sich dann auf der Leinwand als harte und aufrichtige Truppe feiern lassen und abermals seine militärische Größe und Stärke demonstrieren. Oder anders ausgedrückt: Wer sich mit uns anlegt sieht hier, was wir mit unseren Feinden machen.
Angesichts der riesigen Zerstörungswut von Michael Bay und der Anzahl der digitalen Transformers haben die Schauspieler kaum eine Chance, sich mit einer besonderen Leistung hervorzutun. Shia LaBeouf spielt wieder einmal solide den Außenseiter Sam Witwicky und Megan Fox als Mikaela Banes ist erneut nur optischer Aufputz, die diesmal sogar Konkurrenz von Isabel Lucas bekommt. Schön für die männlichen Fans. Ansonsten bleibt speziell John Turturro als Agent Simmons hervorzuheben, der schon in Teil 1 die Lachmuskeln strapazierte und auch hier wieder einmal für unterhaltsame Szenen sorgt.

Photo Credit: Courtesy of Paramount Pictures
Fazit: 'Transformers 2 - Die Rache' ist der Action-Blockbuster des Sommers und womöglich auch des Jahres. Neben der vielen Action und der unüberschaubaren Anzahl von digitalen Charakteren kommt zwar die Story etwas kurz, doch das sollte den Spaß am Film nicht trüben. Wer mit einem Action-Feuerwerk gigantischen Ausmaßes und den besten Effekten, die man derzeit im Kino sehen kann, nichts anfangen kann, sollte 'Transformers 2 - Die Rache' lieber meiden. Sonst könnten sich 147 Minuten wie Tage anfühlen. Alle anderen werden eine regelrechte Achterbahn des Action-Kinos in Perfektion erleben.